Szenische Lesung mit Nefeli Kentoni

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Szenische Lesung mit Nefeli Kentoni

November 23, 2025 @ 16:00 - 17:00
Eintritt frei

Am 23. November findet eine szenische Lesung statt, die von der österreichischen Botschaft und dem Goethe-Institut Zypern organisiert und von Nefeli Kentoni inszeniert wird. Auf der Bühne werden ausgewählte literarische Texte aus dem deutschsprachigen Raum vorgetragen.

Limassol – eine Stadt im Wandel. Gentrifizierung und rasante Stadtentwicklung prägen ihr Gesicht, verändern Straßen, Häuser und Lebenswelten. In dieser Lesung nehmen wir Sie mit auf eine poetische Reise durch die Transformation der Stadt: ihre Konstruktion, ihre Zerstörung und die Spuren, die sie in uns hinterlässt. Die ausgewählten Gedichte und Texte reflektieren die Ambivalenz des Urbanen, zwischen Aufbruch und Verlust, Hoffnung und Verzweiflung.

Nefeli Kentoni hat sich für diese Veranstaltung intensiv mit Stadtgedichten des deutschen Dichters Bertolt Brecht sowie mit dem Werk Erwachen zum großen Schlafkrieg des österreichischen Autors Gert Jonke auseinandergesetzt und beide zu einer einzigartigen Fusion kombiniert. Lassen Sie sich von dieser spannenden und außergewöhnlichen Verbindung überraschen!

Regisseurin: Nefeli Kentoni
Auf der Bühne: Fatima Rodriguez, Melina Koutsofta
Moderation: Androula Kafa

Informationen zu den Texten und Nefeli Kentoni:

Brechts Stadtgedichte spiegeln die widersprüchliche Erfahrung der Metropole wider: Sie zeigen die Härte und Trostlosigkeit des urbanen Lebens, doch zugleich blitzt in ihnen die Möglichkeit einer anderen Zukunft auf. Zwischen Beton und Verzweiflung bleibt die Hoffnung bestehen, die Vorstellung, dass gerade aus der tiefsten Dunkelheit ein Weg zur Rettung entstehen kann.

1982 veröffentlichte der österreichische Autor Gert Jonke Erwachen zum großen Schlafkrieg, eine virtuose Erzählung, in der die Wirklichkeit einer Stadt zerfällt. Straßenbahnschienen werfen Haltestellen ab, Bücher fliehen aus Bibliotheken, steinerne Figuren lösen sich von den Fassaden. Jonke erfindet dafür den „akustischen Raumgestalter“ Burgmüller, einen poetischen Abenteurer, der Vogelschwärme dirigiert, drei Frauen liebt und philosophisch feststellt: „Alles ist so durchsichtig geworden, dass man durch nichts mehr durchschauen kann.“ Das Werk gilt als eines der Hauptwerke des 2009 verstorbenen Autors.

Nefeli Kentoni (geb. 1998, Zypern) ist eine in London lebende Regisseurin, Autorin und interdisziplinäre Künstlerin. Ihre Arbeiten reagieren auf die Reste einer Welt, die sich unaufhörlich auflöst und ebenso unaufhörlich neu formiert. Theater und Film dienen ihr als Plattform, um die Zwischenräume zwischen Sprache und Bild, die Beziehung zwischen Performer und Publikum sowie die Performativität von Raum zu erforschen. Mit einer Mischung aus Zärtlichkeit, Absurdität und Humor dekonstruiert sie die Realität und setzt sie in unvorhersehbaren Landschaften neu zusammen.

Nefeli ist Absolventin der Royal Central School of Speech and Drama sowie von Central Saint Martins (UAL), wo sie für den MullenLowe NOVA Award nominiert wurde. Ihre Arbeiten wurden international präsentiert, unter anderem beim Prague Quadrennial, Tate Modern, Barbican Centre, der Zyprischen Staatsgalerie für zeitgenössische Kunst, The Place, dem Nicosia International Festival, Dance House Lefkosia und dem Chengdu–Chongqing International Theatre Festival.

Im Jahr 2020 war sie Writer in Residence bei Tate Exchange und nahm zwei Jahre in Folge an der Young Visual Arts Group des Barbican teil. Ihr Kurzfilm Fragility of Language gewann den Screendance Short Film Competition beim 36. Leeds International Film Festival. Mit ihrer Performance Katabasis war sie Finalistin bei den Offies Awards 2025 und wurde mit dem Best Director Award beim Chengdu–Chongqing International Theatre Festival in China ausgezeichnet, wo auch ihre Performance Wall of Babel mit dem Best Play Award geehrt wurde.

 

Nutzen Sie die Gelegenheit, sich mit deutschsprachiger Literatur auseinanderzusetzen.

Wir freuen uns auf Sie!

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